Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum

Im November 2019 feierte unsere Grund- und Werkrealschule über mehrere Tage verteilt ein Jubiläumsfest mit vielen Höhepunkten. Dabei wurde dieser Film über das Fest und die Schule gedreht.

 

 

Vielseitiges Jubiläum anlässlich des 50-jährigen Geburtstages unserer Grund- und Werkrealschule

50 Jahre Grund- und Werkrealschule St. Konrad – das musste gefeiert werden. Nach monatelangen Planungen begann das Jubiläum am 9. November mit einem Treffen ehemaliger Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Speisesaal. In Erinnerungen schwelgen oder sich über die aktuellen Lebenssituationen austauschen: Für alle Beteiligten sind die Ehemaligen-Treffen stets unterhaltsam, spannend und informativ.

 

Das große Festwochenende wurde dann bereits am Donnerstag, 14. November, mit einem Festvortrag von Professor Joachim Kunstmann von der PH Weingarten eingeleitet. Schon der Titel „Du bist religiös? Du bist doch sonst ganz normal?“ versprach einige Spannung. Schulleiterin Christa Wachter fühlte sich ob des großen Besucherandrangs im Saal der Grund- und Werkrealschule nicht zum letzten Mal während dieser Tage „überwältigt“. Joachim Kunstmann schnitt in seinem knapp einstündigen Vortrag viele religiöse Themen an. Er provozierte, stellte kritische Fragen, positionierte sich deutlich, regte zu Diskussionen an – vor allem aber brachte er alle Beteiligten im Raum zum Nachdenken über unseren christlichen Glauben.

Ganz nebenbei war Kunstmann voll des Lobes für das Bildungszentrum St. Konrad. „50 Jahre sind kein Pappenstiel. Die Schule ist lebendig wie eh und je“, meinte der Vater dreier Kinder, die allesamt am Bildungszentrum zur Schule gehen. Sorgen bereitet dem Religionspädagogen, „dass – die Schulen ausgenommen – alle anderen religiösen Bereiche in die Defensive gedrängt sind.“ Die Bedeutung der Religion in der Gesellschaft breche immer mehr ein, „wir erfahren derzeit den größten Bedeutungsverlust  in der 2000-jährigen Geschichte im westlichen Christentum.“

Kunstmann, für den Christentum „mehr als Nächstenliebe und 10 Gebote“ ist, hätte so manchen Reformansatz, stößt dabei nach eigener Aussage aber nicht immer auf offene Ohren. Dabei ist eines für ihn klar: „Nichts braucht der Mensch mehr als die Religion.“ Ihm fehle dabei eine schonungslose Analyse des Ist-Zustandes. „Die roten Alarmglocken müssten schellen, stattdessen gibt es business as usual“, ärgert er sich.

Gerade in der Erziehung und Ausbildung, aber auch im späteren Berufsleben bekomme man viel zu oft zu hören, dass man als Einzelner nicht so wichtig sei. „Eine Ausnahme bilden da die kirchlichen Schulen“, weiß der ehemalige evangelische Pfarrer. Gegenstand des Religionsunterrichts sollten vordergründig nicht religiöse Traditionen, sondern die Schülerinnen und Schüler sein. Zu viele Menschen übersehen laut Kunstmann, was im Leben am wichtigsten ist: „die Kinder, der Partner, die Liebe.“

Beinahe endlos könnten die Gedanken des Theologen fortgesetzt, um Anmerkungen und Gegenargumente aus der anschließenden Gesprächsrunde erweitert werden. Kunstmann hat es auf jeden Fall geschafft, alle Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Wenn diese ihr Denken und Handeln regelmäßig hinterfragen, hat er mit seinem Vortrag im Rahmen unseres Jubiläums sicher schon einiges erreicht.

 

Den Samstag eröffnete zunächst ein Stehempfang vor dem Saal der GWRS um 9.30 Uhr. Mit dem Festakt für geladene Gäste begann um 10 Uhr der offizielle Teil. Neben vielen ehemaligen Lehrkräften freute sich die Schulleitung vor allem über den Besuch des Ravensburger Landtagsabgeordneten August Schuler. Nach ihrer Begrüßungsrede übergab Christa Wachter das Mikrofon an Dr. Gerd Hruza, Leiter des Bildungszentrums, Franz Ehrat, Vorsitzender des Schulwerks Ravensburg/Weingarten e.V., und Oliver Spraul, Vorsitzender des Elternbeirats der GWRS. Sehr eindrücklich schilderte anschließend Ulrich Niedermaier, ehemaliger Rektor der GWRS, die Geschichte unserer Schule und hatte dabei so manche Anekdote parat.

Es folgten weitere Grußworte durch Roman Mangold, Schulamtsdirektor BSSA Rottenburg, und Simon Blümcke, Erster Bürgermeister der Stadt Ravensburg, ehe Pfarrer Hermann Riedle seine Segensworte sprach. Umrahmt wurde der Festakt musikalisch durch die von Eva Spitzmüller geleitete Schulband, die Streichergruppe der Grundschule unter der Leitung von Sophia Badent und Sadasri Stellmacher sowie die Klasse 4c.

Die einzelnen Klassen und die Schülerinnen und Schüler standen ab 10.30 Uhr beim Schulfest im Mittelpunkt. Sich sportlich in den Hallen austoben, an der Grundschulolympiade der Erstklässler teilnehmen oder gespannt den Klängen der vielen musikalischen Gruppen lauschen, Süßes oder Herzhaftes verköstigen, die oft zu einem Stufenthema dekorierten Klassenzimmer begutachten oder im technischen/künstlerischen Bereich selbst tätig werden: Für Groß und Klein, Alt und Jung war etwas dabei. Zwischendurch gab es die Möglichkeit, im Speisesaal ein Mittagessen zu sich zu nehmen. Die fünfeinhalb Stunden vergingen für viele Helfer und Gäste wie im Flug. Hinterher, so das einhellige Gefühl, verließen strahlende und zufriedene Gesichter unser Schulgelände.

 

Als krönenden Abschluss feierte die Schulgemeinde am Sonntag, 17. November, in St. Maria in Weingarten einen tollen Festgottesdienst. Besser und gelungener hätte das Ende der Feierlichkeiten nicht sein können. Weihbischof Matthäus Karrer als Zelebrant und Pfarrer Benno Ohrnberger als Konzelebrant wurden dabei unterstützt von vielen ehemaligen und aktuellen Lehrkräften und Mitarbeitern unserer Schule, die den Gottesdienst mitgestalteten. Ein Highlight waren die Einlagen des Eltern-Schüler-Lehrer-Orchesters unter der Leitung von Sophia Badent und Eva Spitzmüller sowie des Eltern-Lehrer-Schüler-Chors unter der Leitung von Elisabeth Sekul und Werner Schnierer.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen immer wieder die Geschichte und das Tun an der Grund- und Werkrealschule St. Konrad, wodurch der Gottesdienst persönlich, lebendig und ergreifend wirkte. Weihbischof Matthäus Karrer erinnerte in seiner Predigt daran, dass Jesus das Kind in den Mittelpunkt stellte – ähnlich wie es die katholischen Schulen heute tun. Ausblickend war die These entscheidend, dass in den nächsten Jahren nicht nur der Verstand, sondern vor allem das Herz an erster Stelle stehen sollte – in der Pädagogik wie in der Theologie.

 

Die Schulleitung und das Kollegium der Grund- und Werkrealschule möchten sich bei allen Helferinnen und Helfern bedanken, die dazu beigetragen haben, dass die Jubiläums-Feierlichkeiten „gigantisch“ abliefen, wie es Schulleiterin Christa Wachter am anschließenden Montag gleichermaßen zufrieden und erleichtert, aber auch stolz ausdrückte.

 

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