Vernetzter Unterricht

Im Vernetzten Unterricht begegnen sich Lehrer, Schüler und „Sachen“ und treten zueinander in Beziehung. Hauptaufgabe des Lehrers ist es dabei, Lernsituationen zu schaf-fen, die eine „fruchtbare Begegnung“  von Schülern und Sache herbeiführen können. Vernetzter Unterricht stellt dabei Inhalte und Sachverhalte jeweils so zusammen, dass nur zusammengefügt ist, was erkennbar sachlich zusammengehört und in der jeweiligen Entwicklungsstufe erfassbar ist.

Vernetzter Unterricht schafft durch eine gute Struktur Klarheit und hilft, Zusammenhänge und Hintergründe zu erschließen. Dadurch kann er eine maßgebliche Hilfe bei der Orientierung in einer immer ausdifferenzierteren, und damit zunehmend vielschichtigeren und unübersichtlicheren Lebenswelt darstellen. Um eine solche Struktur und Klarheit sowohl innerhalb der einzelnen Einheiten, als auch über die Einheiten hinweg zu gewährleisten, hat der Vernetzte Unterricht hier immer auch auf sachlich-fachliche Logik in Bezug auf die Abfolge der Inhalte zu achten.

Da zur Erkenntnis der Wirklichkeit und zu einem verantwortlichen Umgang damit ganz selbstverständlich auch die religiöse und ethische Dimension gehören, sind existentielle Fragestellungen des Menschen wie diejenigen nach dem Woher, Warum und Wohin integraler Bestandteil aller Vernetzten Unterrichtseinheiten.

Die Pädagogischen Fundamente erschließen die einzelnen Vernetzten Unterrichtsein-heiten inhaltlich, strukturieren diese und führen damit zu deren innerer Ordnung. Darüber hinaus geben sie Hinweise darauf, was die Unterrichtseinheiten im Hinblick auf die Schülerin und deren personale Entwicklung bedeuten können. Sie verweisen dabei auf Einstellungen, Haltungen und Werte, mit denen sich auseinanderzusetzen für junge Menschen in ihrem Ringen um Orientierung und ihrer Suche nach tragfähigen Stand-punkten unerlässlich ist. Vernetzter Unterricht hat damit immer den ganzen Menschen im Spannungsfeld von Immanenz und Transzendenz, Personalität und Sozialität, Spiritualität und Materialität im Blick.

In eine Vernetzte Unterrichtseinheit fließen die in der jeweiligen Entwicklungsstufe erfassbaren naturwissenschaftlichen, gesellschaftspolitischen, geisteswissenschaftlichen, musisch-ästhetischen und handwerklich-technischen Aspekte des jeweiligen Themas ein. Die Inhalte der einzelnen Fachwissenschaften werden grundsätzlich nur so weit in die Vernetzung einbezogen, wie dies sachlich und entwicklungspsychologisch geboten ist. Das bedeutet, dass einzelne Schulfächer (z. B. Mathematik, Fremdsprachen, Hauswirtschaft) als eigenständige Fächer erhalten bleiben und nur punktuell, wo es sich anbietet, in die Vernetzung einbezogen werden. Damit Inhalt und Person wirklich zueinander in Beziehung treten können, werden darüber hinaus die religiöse, ethische, personale, situative und soziale Dimension berücksichtigt.

Die epochale Anordnung der Vernetzten Unterrichtseinheiten im Schuljahr bietet Gewähr dafür, dass ausreichend Zeit zur ganzheitlichen Betrachtung und sorgfältigen Vertiefung bereit steht.

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